Spektrum

  • Wirbelsäule
  • Hüfte
  • Knie
  • Fuß
  • Schulter
  • Ellbogen
  • Hand
  • Tumororthopädie
  • Infiltrationstherapie
  • Manuelle Medizin
  • Interventionelle Schmerztherapie
  • Akupunktur
Wirbelsäule

Die Wirbelsäule erfüllt als Achsenorgan mit ihren physiologischen Krümmungen unterschiedliche Funktionen. Einerseits bietet sie die nötige Stützkraft für den aufrechten Gang, indem sie einen großen Teil unseres Körpergewichtes trägt, andererseits ermöglicht sie die Bewegung des Rumpfes. Zusätzlich bildet die Wirbelsäule den schützenden Kanal für das empfindliche Rückenmark, welches als schnelle Leitungs- und Verbindungsbahn zwischen Körper und Gehirn dient.

Die 24 beweglichen Wirbel sind durch Bandscheiben, Wirbelbogengelenke, Bänder und Muskeln miteinander verbunden.

Die Bandscheiben (4-6 mm dicke Knorpelscheiben) fungieren als "Stoßdämpfer" zwischen den Wirbelkörpern und absorbieren große Kompressions- und Stoßkräfte.

Aufgrund der starken Belastungen, der die Wirbelsäule im Laufe eines Lebens ausgesetzt ist, treten entsprechende Schmerzbilder und degenerative Veränderungen auf. Diese reichen von „einfachen“ Überlastungen des Muskel,- und Bandapparates sowie Abnützungen der Wirbelbogengelenke und Bandscheiben bis zu Bandscheibenvorfällen und Wirbelkörpereinbrüchen. Im Gegensatz zum weit verbreiteten Glauben führt der relativ häufig diagnostizierte Bandscheibenvorfall nur sehr selten zu einer echten Nervenschädigung (Kompression).

Das Spektrum der Behandlung reicht von der medikamantösen Schmerztherapie und Infiltrationstherapie bzw. der interventionellen Schmerztherapie über die Manualmedizin, Physio- und Ergotherapie sowie diversen Formen der physikalischen Therapie bis hin zu Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Ausgeprägten Schmerzbildern, die ambulant keine zufriedenstellende Verbesserung erreichen, können im Zuge eines stationären Rehabilitationsaufenthaltes mittels einer multimodalen interdisziplinären Therapie erfolgreich behandelt werden.

Hüfte

Hüftschmerzen zählen zu den häufigsten Schmerzbildern am Bewegungsapparat und müssen von anderen Schmerzursachen wie Fehlbelastungen der Lendenwirbelsäule abgegrenzt werden. Das häufigste Krankheitsbild an der Hüfte ist die 

Coxarthrose, eine degenerative Erkrankung des Hüftgelenks, gekennzeichnet durch zunehmende Schmerzen und Einschränkung der Beweglichkeit. Der Wahrscheinlichkeit für einen symptomatischen Gelenkverschleiß nimmt mit steigendem Lebensalter zu. Andere Risikofaktoren sind Fehlstellungen (z.B. Hüftdysplasie, FAI), Entzündungen (rheumatoide Arthritis) oder Deformierungen im Kindes- und Jugendalter (Perthes-Erkrankung, Epiphysenlösung).

Therapie: Die Coxarthrose kann leider nicht geheilt werden. Bei akuten Schmerzepisoden helfen entzündungshemmende Schmerzmittel, evtl. als Infiltration in oder an das Gelenk. Physiotherapie kann mithelfen, die Beweglichkeit des Hüftgelenks zu erhalten und muskuläre Störungen zu beheben. 

Der künstliche Gelenkersatz (Totalendoprothese) ist in meist die sinnvollste Methode, um eine Coxarthrose operativ zu behandeln. Der Eingriff wird minimal invasiv unter weitgehender Schonung der Muskulatur durchgeführt.

Eine relativ neue Methode ist die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) des Hüftgelenks, die Anwendungsgebiete sind noch eng begrenzt. In erster Linie kommt sie beim Femoro-Acetabulären Impingement (FAI) zur Anwendung, einer durch anatomische Varianten verursachten Einklemmungssymptomatik zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne, die ebenfalls zu einer frühzeitigen Abnützung führen kann.

Knie

Das größte Gelenk des Körpers ist einer hohen mechanischen Belastung ausgesetzt und anfällig für Verletzungen. Daneben können Fehlstellungen (O-Bein, X-Bein) sowie Übergewicht zu Überlastungen und damit zu frühzeitigen Abnützungen führen.

Häufige Krankheitsbilder des Kniegelenks:

  • Gonarthrose: degenerative Erkrankung des Kniegelenks mit Verschleiß des Knorpelüberzugs, gekennzeichnet durch zunehmende Belastungsschmerzen. Therapie und Prophylaxe umfassen ein weites Feld. Sie reichen von entzündungshemmenden Schmerzmitteln und knorpelprotektiven Infiltrationen über Heilgymnastik und physikalische Therapie bis zu dämpfenden Einlagen und Modifikation der Belastung in Sport und Alltag. Als operative Maßnahmen kommen je nach Alter und betroffenem Gelenkabschnitt sog. Umstellungsosteotomien („Geradstellung“) infrage, meist ist aber der künstliche Gelenkersatz (Totalendoprothese) die effektivste Methode.
  • Meniskusschaden: Die Menisci sind knorpelige Scheiben, die als Stoßdämpfer fungieren und die Druckbelastung im Gelenk verteilen. Ein Meniskusriss kann akut z.B. als Sportverletzung oder chronisch als allmähliche Verschleißerscheinung auftreten. Folgen sind Schmerzen, Einklemmungsgefühl und Blockierung der Gelenkbeweglichkeit. In solchen Fällen sollte eine operative Sanierung mittels Arthroskopie (Gelenkspiegelung) durchgeführt werden.
  • Chondropathia patellae: Begriff für eine häufig schon bei Jugendlichen schmerzhafte Erkrankung des Gelenks zwischen Kniescheibe und Oberschenkelknochen. Ursache ist eine Überlastung bzw. Fehlbelastung des Gelenkknorpels. Therapieansätze sind eine Verbesserung der muskulären Führung durch Heilgymnastik, Bandagen und - bei Fehlstellungen - eine operative Korrektur des Gleitverhaltens der Kniescheibe.
Fuß

Der menschliche Fuß hat vielfältige statische und dynamische Aufgaben zu erfüllen. 

Die häufigste Krankheitsbilder des Fußes sind:

  • Hallux valgus: Fehlstellung der Großzehe, an der Innenseite des Grundgelenks führt der sog. „Frostballen“ zu Schuhdruckbeschwerden und schmerzhaften Entzündungen. Zu enge Schuhe sind eine häufige Ursache, begünstigt wird die Entwicklung eines Hallux valgus zudem durch einen Spreizfuß. Bei leichten Beschwerden kann mit bequemen, breiten Schuhen, evtl. mit Spreizfußeinlagen die Symptomatik behoben werden. Ist eine Operation notwendig, stehen je nach Ausmaß der Fehlstellung mehrere Verfahren zur Verfügung, die grundsätzlich in örtlicher Betäubung durchgeführt werden können.
  • Hallux rigidus: Schmerzhafte Einsteifung der Großzehe durch eine Abnützung des Knorpels im Großzehengrundgelenk. Akute, entzündliche Schmerzepisoden können medikamentös oder durch Infiltrationen behandelt werden, auch Einlagen bzw. eine Adaptierung des Schuhwerks durch den Orthopädieschuhmacher sind sinnvoll. Bei schweren Fällen können die Beschwerden durch eine Operation behoben werden, wobei je nach Arthrosegrad unterschiedliche Methoden zur Verfügung stehen.
  • Hammerzehe: Fehlstellung einer Zehe, die sich meist durch langjährigen Druck in zu engen Schuhen krallenartig aufstellt und zur Bildung von Hühneraugen an der Oberseite führt. Ein begleitender Spreizfuß sollte mit Einlagen behandelt werden, die Schuhe müssen eine ausreichend weite Zehenkappe aufweisen. Ist eine Operation notwendig, wird dabei durch Entnahme eines Knochenstücks die Zehe verkürzt und gerade gestellt.
  • Spreizfuß / Metatarsalgie: Durch ein Abflachen des Quergewölbes des Fußes werden die drei mittleren Zehen überlastet, es bilden sich schmerzhafte Schwielen an der Fußsohle. Hier helfen meist Einlagen, welche die Mittelfußköpfchen entlasten. In ausgeprägten Fällen ist eine Operation am betroffenen Mittelfußknochen sinnvoll, um die Fehlbelastung zu korrigieren.
  • Arthrosen von Sprunggelenk bzw. Rückfuß: Knorpelschäden und Abnützungen des Sprunggelenks sind oft auf frühere Verletzungen zurückzuführen. Bei akuten Schmerzepisoden helfen Infiltrationen, Zinkleimverbände und Schmerzmittel. Einlagen bzw. Schuhzurichtungen entlasten das geschädigte Gelenk. Als operativer Eingriff ist gelegentlich eine Arthroskopie des Sprunggelenks sinnvoll, in schweren Fällen ist eine Gelenkversteifung mittels Schrauben erfolgversprechend.
  • Fersensporn: Eine schmerzhafte Reizung der Sehnenansätze unter dem Fersenbein, durch die ein knöcherner Sporn entstehen kann. Die Behandlung umfasst lokale Infiltrationen, entzündungshemmende Schmerzmittel und die Entlastung der Sehnenansätze.
  • Mortonneuralgie: druckbedingte Verdickung eines Nervs meist zwischen dem dritten und vierten Mittelfußköpfchen, die vor allem in engen Schuhen zu quälenden Vorfußschmerzen führen kann. Führen Einlagen, bequeme Schuhe oder Infiltrationen zu keiner Besserung, kann der verdickte operativ entfernt werden.
Schulter

Schulterschmerzen können vielfältige Ursachen haben, meist liegen sie im Schultergelenk selbst, dem Schultereckgelenk, in den Weichteilen unter dem Schulterdach oder der Halswirbelsäule. Eine genaue klinische Untersuchung und ggf. bildgebende Verfahren führen zur richtigen Diagnose.

Häufigste Krankheitsbilder:

  • Impingementsyndrom: Einengung des Gleitraumes unter dem Schulterdach, evtl. in Kombination mit einer Tendinosis calcarea (Verkalkungen im Sehnenansatz am Oberarmkopf)
  • Rotatorenmanschettenruptur: teilweiser oder kompletter Riss von Sehnen, die unter dem Schulterdach verlaufen.
  • Omarthrose: Abnützung des Schultergelenks.
  • Frozen shoulder: Schultersteife unterschiedlicher Ursache
  • AC-Arthrose: Abnützung des Schultereckgelenks (zwischen Schulterblatt und Schlüsselbein)

Das Schultergelenk wird in erster Linie von Muskeln stabilisiert, deswegen sind überlastete Sehnen und Muskeln auch häufig die Ursache von Schmerzen in dieser Region.

Therapie: bei akuten Schmerzen sind Infiltrationen am wirkungsvollsten, begleitend verbessert Heilgymnastik Beweglichkeit und Muskelkraft. 

Operationen können heute großteils arthroskopisch, d.h. minimal invasiv durchgeführt werden.

Ellbogen

Das Ellbogengelenk verbindet den Oberarmknochen mit Elle und Speiche des Unterarms. Die häufigste Schmerzursache beim Ellbogengelenk ist eine Überlastung der Hand- und Fingerstrecksehen ("Tennisellbogen"). Die dafür verantwortlichen Muskeln haben ihren Ursprung an der Außenseite des Ellbogens und eine schmerzhafte Entzündung dieses Sehnenansatzes führt zu den typischen Beschwerden mit Schmerzen und gelegentlich sogar Schwäche beim Faustschluss.

Weniger häufig tritt dieses Überlastungssyndrom im Bereich der Beugesehnen, also an der Innenseite des Ellbogens auf (sogenannter "Golferellbogen"). 

Die Therapie reicht bei diesen Schmerzsyndromen von Dehnungsübungen, Infiltrationen (Lokalanästhetikum und Corticosteroid) über Bandagen und physikalische Maßnahmen bis zur Stoßwellentherapie. Bei therapieresistenten Fällen ist ein operatives Vorgehen das Mittel der Wahl. Dabei wird ein Teil der Sehne am Ursprung zur Entlastung eingekerbt und die Schmerzleitung der lokalen Nerven wird unterbrochen.

Schleimbeutelentzündung: Ein weiteres häufiges Schmerzbild am Ellbogen betrifft nicht das Gelenk selbst sondern einen Schleimbeutel an der Ellbogenspitze ("Bursa olecrani"). Ursache ist eine chronische Überlastung z.B. durch Druck bei häufigem Abstützen. Hierbei kommt es zu einer schmerzhaften Schwellung des Schleimbeutels. Neben einer Punktion und Applikation von Medikamenten steht die Schonung und Ruhigstellung der betroffenen Region im Vordergrund. Bei hartnäckigen Fällen wird eine Operation (Entfernung des Schleimbeutels) durchgeführt.

Sulcus nervi ulnaris Syndrom: Schmerzen im Bereich der Innenseite des Ellbogens können auch durch eine Reizung des Ulnarnerven verursacht werden. Neben der typischen Klinik (Schmerzen und Taubheit im Bereich des Unterarms bis zum Kleinfinger) ist hier eine neurologische Untersuchung (Nervenleitgeschwinndigkeit) beweisend. Bei fortgeschrittenem Beschwerdebild ist ein operatives Vorgehen mit Freilegung und eventuell Verlagerung des Nervens die Therapie der Wahl.

Hand

Immanuel Kant bezeichnete die Hand treffenderweise als "Werkzeug des Geistes". Ein teilweiser oder vollständiger Funktionsverlust der Hand bedeutet für den Patienten eine beträchtliche Einschränkung in seiner Selbständigkeit. Umso wichtiger ist eine rasche und effiziente Behandlung von Erkrankungen der Hand.

Häufige Krankheitsbilder der Hand sind:

  • Carpaltunnelsyndrom: Einengung eines wichtigen Nerven (Nervus medianus) auf Höhe der Handwurzel im sog. Carpalkanal. Sie führt zu Taubheitsgefühl von Daumen, Zeige- und Mittelfinger sowie Schmerzen, die bis in den Oberarm ausstrahlen können. Durch Infiltrationen und Nachtschienen kann der Nerv manchmal anhaltend entlastet werden, ansonst ist eine operative Sanierung durch Spaltung des einengenden Bandes notwendig.
  • Schnellender Finger: "Schnappen" des Fingers bei Beugung durch Einengung der Fingersehne meist auf Höhe des Grundgelenks an der Handinnenseite. Infiltrationen und entzündungshemmende Maßnahmen helfen v.a. im Anfangsstadium, definitiv kann die Verengung durch einen kleinen operativen Eingriff in örtlicher Betäubung beseitigt werden.
  • Tendovaginitis stenosans De Quervain: Sehnenscheidenentzündung über dem Handgelenk durch eine Einengung der Daumenstrecksehnen. Therapie: abschwellende und entzündungshemmende Lokalmaßnahmen, evtl. Infiltrationen. Die Einengung kann auch durch einen kleinen operativen Eingriff beseitigt werden.
  • Dupuytren'sche Kontraktur: Ausbildung von Knoten und Strängen an der Handinnenfläche unbekannter Ursache. Bei zunehmender Bewegungseinschränkung der Finger sollte eine operative Sanierung erfolgen.
  • Rhizarthrose: Abnützung des Daumensattelgelenks (zwischen Handwurzel und Mittelhandknochen des Daumens). Konservative Therapiemaßnahmen umfassen physikalische Therapie, Entlastung durch Schienen und Infiltrationen. Sollten diese Maßnahmen zu keiner anhaltenden Besserung führen, kann eine Operation (Resektions-Suspensions-Arthroplastik) deutliche Linderung bringen.
  • Heberdenarthrose: Abnützung der Fingerendgelenke mit knöcherner Auftreibung, Knotenbildung und gelegentlich Schmerzen in diesem Bereich. Als Therapie stehen schmerz- und entzündungshemmende Lokalmaßnahmen im Vordergrund, eine Operation (Gelenkversteifung) ist nur selten notwendig.
Tumororthopädie

Die Tumororthopädie befasst sich mit gut- und bösartigen Tumoren der Knochen und der Weichteile. Diese Geschwulste sind zwar selten, sie werden deshalb aber auch oft übersehen bzw. verspätet erkannt. Gerade schmerzlose Schwellungen egal an welcher Lokalisation dürfen daher nicht ohne genauere Abklärung als harmlos abgetan werden.

Ergibt sich aus klinischer Untersuchung, Röntgen oder MRT der Verdacht auf eine Geschwulst, folgt meist eine genauere Abklärung mittels einer kleinen Operation (Biopsie). Deren Ergebnis entscheidet dann über das weitere Vorgehen.

Infiltrationstherapie

Bei der Infiltrationstherapie werden mittels Injektionen Medikamente an schmerzhafte oder gereizte Strukturen (Nerven, Muskel, Bänder, bzw. Bandansätze oder in das Gelenk) appliziert. Es werden somit Schmerz, Entzündung und Schwellung reduziert.

Als Medikament wird meistens ein Lokalanästhetikum (= eine die Schmerzleitung hemmende Substanz) in Kombination mit einem niedrig dosiertem Corticosteroid (reizhemmend, abschwellend) verwendet. Auf diese Weise können Medikamente direkt an den "Zielort" gelangen und müssen nicht wie bei systemischer Einnahme zu einer Belastung des Gesamtorganismus führen. Weiters ergibt sich durch diese Therapie auch eine deutliche Dosisreduktion der Wirkstoffe.

Die Anwendung der Lokalanästhetika zu therapeutischen Zwecken (therapeutische Lokalanästhesie) kann nur dann erfolgreich sein, wenn die schmerz- bzw. reizauslösende Struktur erkannt wird und die Behandlung punktgenau dort ansetzt. Dies Bedarf wiederum eines strukturierten diagnostischen Vorgehens.

Bei Unverträglichkeiten gegen eines der oben angeführten Medikamente kann alternativ auf homöopathische Präparate zurückgegriffen werden.

Manuelle Medizin

Bei der Manuellen Medizin handelt es sich um eine Methode zur Diagnostik und Therapie des Bewegungsapparates, wobei hierbei nicht Spritzen oder gar das Skalpell sondern einzig die Hand (lat. Manus) zum Einsatz kommt.

In erster Linie geht es um das Erfassen und Behandeln von Funktionsstörungen, welche sowohl Gelenke, Muskeln aber auch die Haut betreffen können. Für die Behandlung von muskulären Funktionsstörungen kommen Techniken zur Kräftigung und Dehnung zum Einsatz. Bei Funktionsstörungen von Gelenken können Mobilisationstechniken oder Manipulationen ("Knacksen") zu einer Wiederherstellung des Gelenksspieles führen.

Vorraussetzung für eine manualtherapeutische Behandlung (wie z.B. das Manipulieren von einem blockierten Wirbelsegment) ist eine detaillierte klinische Untersuchung unter Anwendung spezifischer diagnostischer "Handgriffe". Bei der Manuellen Medizin kommt der immense Wert der Hände als "Werkzeug des Geistes" besonders zur Geltung. Zur Ausübung der Manuellen Medizin bedarf es einer durch die Ärztekammer anerkannten Ausbildung welche insgesamt über 300 Lehrstunden in Theorie und Praxis beinhaltet und mit einer Diplomprüfung abgeschlossen wird.

Interventionelle Schmerztherapie

Unter interventioneller Schmerztherapie versteht man die Zuhilfenahme eines Röntgengerätes um (vornehmlich) an der Wirbelsäule Schmerztherapien durchzuführen. Die im weiteren Text angeführten Therapieoptionen können in der Rehaklinik Wien Baumgarten im Zuge einer ambulanten Behandlung oder eines stationären (Reha)Aufenthaltes erfolgen.

Schmerzen der Facettengelenke: Die Facetten – oder Wirbelbogengelenke verbinden die einzelnen Wirbelkörper gelenkig miteinander und können bei der schmerzhaften Wirbelsäule eine wichtige Rolle spielen. Mithilfe eines Röntgen gezielten Verfahrens können diese oft überlasteten Gelenke auf den Millimeter genau infiltriert werde. Ebenso  ist eine „Testung“ also eine Identifizierung der Gelenke als Schmerzursache mit diesem Verfahren zuverlässig möglich.

Bandscheibenvorfall: bei einem Bandscheibenschaden, der eine Nervenwurzel bedrängt, kann es zu entsprechend unangenehmen Schmerzen und neurologischen Beschwerden kommen. Hier bietet sich eine „Wurzelblockade“ unter Röntgen Kontrolle an. Die Behandlung ist meist an der Lendenwirbelsäule notwendig, aber auch an der Halswirbelsäule können Bandscheibenvorfälle eine Intervention notwendig machen.

Darm- Kreuzbeingelenk: das Verbindungsgelenk zwischen Kreuzbein und dem Darmbein ist sehr häufig schmerzhaft gereizt und damit Ursache für Kreuzschmerzen. Wenn konventionelle Therapien in der Ordination und/oder durch die Physiotherapie nicht ausreichend schmerzlindernd wirken kann hier eine Röntgen gezielte Infiltration sehr hilfreich sein.

Syndrom des engen Wirbelkanals: Eine zunehmend eingeschränkte Gehstrecke und ein Schwächegefühl in den Beinen ist häufig ein Hinweis für einen durch Abnützungen verengten Wirbelkanal. Auch hier kann man mit Infiltrationen in den Wirbelkanal (über das Steißbein oder zwischen den Dornfortsätzen) eine deutliche Beschwerdeerleichterung schaffen.

Akupunktur

Bei der Akupunktur handelt es sich um ein über 5000 Jahre altes Behandlungskonzept der traditionellen chinesischen Medizin. Durch das Setzen von dünnen Nadeln an Punkten entlang definierter Bahnen (Meridiane) kommt es zu einer Umsteuerungs,- und Regulationstherapie. Es gibt 12 Hauptmeridiane, die jeweils spiegelbildlich auf beiden Körperseiten paarig angelegt sind.

Die Akupunktur hat in der Behandlung von Schmerzen des Stütz,- und Bewegungsapparates einen hohen Stellenwert und dies wird auch in wissenschaftlichen Studien belegt. Bei akuten Schmerzen empfehlen sich engmaschige Behandlungen, wobei chronische Beschwerden auch mit längeren Abständen erfolgreich therapiert werden. Eine Behandlung dauert zwischen 20 und 30 Minuten und ist weitgehend nebenwirkungsfrei.

Neben der Körperakupunktur findet bei der Schmerztherapie auch die Ohrakupunktur eine erfolgreiche Anwendung. Hierbei wird von einer topographischen Projektion des Körpers am Ohr ausgegangen. Mit Gesichts,- oder Dauernadeln werden die betroffenen Regionen stimuliert und regen somit die Regulationsfähigkeit des Körpers an.