Ellbogen
Das Ellbogengelenk verbindet den Oberarmknochen mit Elle und Speiche des Unterarms. Die häufigste Schmerzursache beim Ellbogengelenk ist eine Überlastung der Hand,- und Fingerstrecksehen ("Tennisellbogen"). Die dafür verantwortlichen Muskeln haben ihren Ursprung an der Außenseite des Ellbogens und eine schmerzhafte Entzündung dieses Sehnenansatzes führt zu den typischen Beschwerden mit Schmerzen und gelegentlich sogar Schwäche beim Faustschluß.
Weniger häufig tritt dieses Überlastungssyndrom im Bereich der Beugesehnen, also an der Innenseite des Ellbogens auf (sogenannter "Golferellbogen"). Das Therapiespektrum bei diesen Schmerzsyndromen reicht über Dehnungs-übungen, Infiltrationen (Lokalanästhetikum und Corticosteroid) über Bandagen und physikalische Maßnahmen bis zur Stoßwellentherapie. Bei therapie-resistenten Fällen ist ein operatives Vorgehen das Mittel der Wahl. Dabei wird ein Teil der Sehne am Ursprung zur Entlastung eingekerbt und die Schmerz-leitung der lokalen Nerven wird unterbrochen.
Schleimbeutelentzündung: Ein weiteres häufiges Schmerzbild am Ellbogen betrifft nicht das Gelenk selber sondern einen Schleimbeutel an der Ellbogen Spitze ("Bursa olecrani"). Ursache ist eine chronische Überlastung z.B. durch Druck bei häufigem Abstützen am Ellbogen. Hierbei kommt es zu einer schmerzhaften Schwellung des sich entzündenden und mit Flüssigkeit füllenden Schleimbeutels. Neben einer Punktion und Applikation von Medikamenten steht die Schonung und Ruhigstellung der betroffenen Region im Vordergrund. Auch bei erfolgreicher Punktion kann es wieder zu einer Flüssigkeitsansammlung kommen. Bei hartnäckigen Fällen bzw. dem Auftreten einer eitrigen Entzündung wird eine Operation (Entfernung des Schleimbeutels) durchgeführt.
Sulcus nervi ulnaris Syndrom: Schmerzen im Bereich der Innenseite des Ellbogens können auch durch eine Reizung des N. ulnaris verursacht werden. Die betroffene Stelle ist im Volksmund unter dem Begriff "narrisches Bein" bekannt. Neben der typischen Klinik (Schmerzen und Taubheit im Bereich des Unterarms bis zum Kleinfinger) ist hier eine neurologische Untersuchung (Nervenleitgeschwinndigkeit) beweisend. Bei fortgeschrittenem Beschwerdebild ist ein operatives Vorgehen mit Frei-legung und eventuell Verlagerung des Nerven die Therapie der Wahl.
Weitere Schmerzursachen sind Arthrosen ("Gelenksabnützungen") oder Gelenksentzündungen, die z.B. bei rheumatischen Erkrankungen gehäuft auftreten können. Seltener sind isolierte Knorpeldefekte (Osteochondrosis dissecans) sowie lokale Störungen im Knorpelwachstum (Chondromatose) oder der Durchblutung des Knochens (Nekrose, M. Panner).
